Sternenkinder
Heute ist der 15. Januar... Wieder einmal...
Seit Jahren - genauer gesagt seit 2003 - hat dieses Datum eine Wirkung auf mich, die ich einfach nicht unterdrücken kann und will. Warum auch Trauer unterdrücken? Davon wird sie nicht besser - sie frißt sich eher fest und sprengt dann doch irgendwann die Ketten um ans Tageslicht zu kommen.
Traurig bin ich... Die letzten Tage ging es eigentlich... und heute waren es zwar meine ersten Gedanken, aber der Tag war fröhlich und ich war gut gelaunt... erst auf Arbeit, als mein Blick immer wieder auf den Kalender fiel, war da dieses Loch in meinem Bauch... das Gefühl einfach nur weinen zu müssen... es jedem erzählen zu wollen... was da vor - nunmehr 8 Jahren - passiert ist...
Ich habe die Dinge von damals eigentlich gut verarbeitet (auch in einer Geschichte) und immer seltener denke ich daran - außer am 15. Januar...
Schließlich ist das der Geburtstag  meiner Zwillingsmädchen! Wenn auch viel zu früh, zu klein, zu krank - und deshalb auch tot - für diese Welt, haben sie doch an diesem Tag meinen Körper verlassen... und somit betrachte ich diesen Tag als ihren Geburtstag!
8 Jahre ist eine lange Zeit und sicher meinen einige, es wird Zeit, loszulassen... Ich weiß, daß das stimmt... Doch warum sollte ich meine Kinder vergessen wollen? Weil ich sie nie im Arm halten konnte? Weil Ärzte gepfuscht haben und deshalb nicht mal eins der Mädchen überleben konnte? Weil ich sie nur gespürt habe - nur jede Woche auf dem Bildschirm beobachten konnte, wie sie wachsen?
Sternenkinder - so nennt man Kinder, die nie - oder nur kurz - die Chance hatten, auf dieser Welt zu leben. Es gibt einige Seiten im Internet, die sich mit diesem Thema beschäftigen und ich kann nur jedem Betroffenen empfehlen, seinen Gefühle dort freien Lauf zu lassen!
Ich fühlte mich damals so allein! Verlassen und von allen unverstanden! Andere Eltern von Sternenkindern haben mir geholfen, meinen Verlust zu akzeptieren und mit meiner Trauer umzugehen - ihn zu beschreiben und ihn mit anderen zu teilen!
Nun geht es mir etwas besser... Auch wenn ich weiß, daß ich in meinem Bett nachher sicher noch einmal an diese Dinge denken werde...
Danke fürs zuhörenÂ





Kommentare
Ich finde es unglaublich, wie offen du das mit uns teilst! Ich wünsche dir weiterhin so viel Mut und Kraft zum Überstehen des 15. Januars! Mitfühlende Grüße!
Hab lange gebraucht, dahin zukommen... und selbst jetzt fällt es mir manchmal schwer...
Aber ich habe in dieser Zeit gelernt, daß Offenheit Anderen helfen kann.