Ein Geräusch dringt an mein Ohr. Leise. Ich kenne es. Ich muß wach werden! Ganz schnell!
Langsam fällt mir ein, was dieses Rufen zu bedeuten hat: Mama kommt um sich zu uns zu legen und uns an ihren Bauch zu lassen. Ich muß mich beeilen, damit ich einen guten Platz ergattern kann! Meine Geschwister haben es immer so eilig, an Mamas Brust zu trinken, daß ich manchmal ganz schön drängeln muß, bis ich an meiner Lieblingsstelle bin: sehr nah an Mamas Kopf. Sobald Mama denkt, daß wir genug aus ihr heraus gesüffelt haben schaut sie mich fragend an und oft legt sie sich noch einmal nieder, wenn ich sie so richtig hungrig und extra lieb anschaue.
Ich muß jetzt aber wirklich unbedingt aufstehen! Meine Beine wollen mir noch nicht gehorchen und ab und zu fall ich noch ungeschickt um. Schnell rappel ich mich dann wieder auf die Füße. Die große Menschenfrau gibt dann immer eigenartige Laute von sich. Aber sie hören sich nett an und manchmal kommt auch die große Hand und gibt mir ein wunderschönes Gefühl am Rücken. Das möchte ich immer haben! Ich muß nur aufpassen, was ich machen soll, damit es immer wieder kommt.
Endlich bin ich an Mamas Brust und kann mir meinen kleinen Bauch voll schlagen. Ich werde ganz viel fressen, schließlich weiß ich ja nicht, wann es das nächste Mal etwas gibt! Außerdem könnte es ja sein, daß meine Geschwister Mamas Bauch leer saufen.
Mein Bäuchlein ist ganz voll und nachdem Mama uns alle abgeleckt und uns gelobt hat, dürfen wir spielen oder weiter schlafen. Ich glaube, ich ärgere etwas meine Geschwister. Das ist das Allerschönste! An ihren Hinterteilen hängen so lustige Dinger, die man wunderbar fangen und schnappen kann. Manchmal zwickt mich auch etwas, aber nie sehr doll, ich spiel schnell weiter und vergesse meinen Schmerz – ich bin ja schon groß! „8 Wochen alt“ hat die Menschenfrau neulich gesagt!
Nun bin ich doch müde geworden. Eine Stelle im weichen Stroh habe ich schnell gefunden und kuschel mich an meine kleine Schwester, die direkt neben mir liegt. Langsam schließe ich meine Augen und träume von Mama und ihrem vollen Bauch.
Ich höre, daß sich unsere Tür öffnet und renne wie alle Anderen sofort los, um Mama zu begrüßen. Doch als ich sehe, daß Mama zu meinen Geschwistern geht, fühle ich mich plötzlich in die Luft gehoben. Was ist denn nun los? Ich will auch zu Mama und mir den Wanst voll schlagen! Laß mich runter, sonst bekomm ich nichts mehr ab!
Oh, die große Menschenfrau. Und noch zwei andere Zweibeiner. Wo tragen sie mich hin? Endlich spüre ich wieder Boden unter meinen Füßen. Hier war ich ja noch nie. Wie es hier riecht! Aus der Ferne höre ich Stimmen, aber ich verstehe die Menschensprache noch nicht sehr gut.
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